Künstliche Intelligenz: Laut Studien bis zu 6,3%-Punkte mehr Marge für Unternehmen

Von der ersten automatisierten Datenauswertungen aus den 1920er-Jahren bis zum heutigen Stand der Technik hat sich sehr viel getan. Waren damals noch händisch-gestanzte Lochkarten im Einsatz dominieren heute Algorithmen und Künstliche Intelligenz den Alltag der Datenauswertungen. So wurden nach und nach Fortschritte in Statistik erzielt, die nochmals durch eine wahre Revolution in der Informatik in den 2010er-Jahren beschleunigt wurden. Für manche blieb dies unbemerkt. Andere haben schon erkannt, dass hier künstliche Intelligenz (oder Englisch AI, Artificial Intelligence) einen unvergleichlichen Innovationsschub bietet.

Künstliche Intelligenz: Rasante Entwicklung bis heute

Künstliche Intelligenz als Forschungsfeld gibt es schon seit den 1950er Jahren. Zu dieser Zeit waren einfache regelbasierte Computer-Systeme im Zentrum der Forschung. In den 1980er Jahren kam der nächste Entwicklungsschub durch Expertensystem und Neuronale Netze. Der kommerzielle Erfolg dieser Forschungsgebiete blieb aber größtenteils aus. Ab den 2000er-Jahren gab es erste moderne Schlüsselentwicklungen, die jedoch selten unter „Künstlicher Intelligenz“ geführt wurden, da das Feld aus den vergangen Jahrzenten noch wenig Prominenz genoss.

Dies änderte sich schlagartig ab den 2010er-Jahren. Firmen, vor allem amerikanische Technologieriesen, verkündigten immer weitere Anwendungsmöglichkeiten. Insbesondere Google hat sich in diesem Umfeld einen beachtlichen Namen gemacht. Durch intensive interne Forschungen konnten große Fortschritte in der Bild- und Spracherkennung erzielt wurden. Mittlerweile stehen diese Google-internen Forschungsergebnisse auch der Öffentlichkeit zur Verfügung im bekannten TensorFlow-Framework. Aber auch andere Organisationen und Forschungseinrichtungen haben zu dieser Zeit beachtliche Erfolge erzielt, die zur Beschleunigung der gesamten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz beigetragen hat.

Dabei finden manche Marktexperten deutlich Worte, wie z.B. The Economist in einer Spezialausgabe zum Thema Künstlicher Intelligenz:

„Das Internet hat damals viele Firmenchefs überrumpelt. Genauso wird es jenen ergehen, die zu spät in AI (Künstliche Intelligenz) investieren und damit die Wettbewerbsvorteile Ihrer Firma aufs Spiel setzen.“

Künstliche Intelligenz: Was sich in den letzten Jahren geändert hat

Es stellt sich die Frage, warum gerade in den letzten Jahren derartig viel Fortschritt im Bereich künstliche Intelligenz erzielt wurde. Dies lässt sich im Wesentlichen auf drei Hauptgründe zurückführen:

  • Big Data und Cloud:
    Seit Einführung des Internets und der weiten Verbreitung von günstigen Sensorkomponenten stiegen die Datenmengen rasant an. Diese Datenmengen werden von vielen Algorithmen benötigt, um Ergebnisse zu erreichen. So fehlten z.B. in den 1980er Jahren schlicht die Datenmengen zur Analyse. Zusätzlich wurde durch die Verbreitung von internationalen Datencentern, Clouds, die IT-Infrastruktur geschaffen, um große Datenmengen zu speichern und global auswertbar zu machen.
  • Hardware:
    In den 2000er-Jahren hat die vorhandene Computing-Power erstmals relevante Höhen erreicht, um hochkomplexe Aufgaben (z.B. Bilderkennung) zu lösen. Einerseits durch evolutionäre Fortschritte, andererseits durch die Verwendung neuer, spezialisierte Prozessorarchitekturen für Aufgaben der Künstliche Intelligenz – oft werden heutzutage Prozessen verwendet, die ursprünglich für den Einsatz in Grafikanwendungen gedacht waren.
  • Frameworks und Offenheit:
    Fortschritte in der Forschung wurden in der Regel der Allgemeinheit zugänglich gemacht und standen so anderen Interessierten zur Verfügung. Dies hat dazu geführt, dass z.B. mittlerweile alle bekannten amerikanischen IT-Riesen Ihre Frameworks veröffentlicht haben, egal ob Microsoft, Google oder Facebook, und diese stetig voneinander lernen. Mittlerweile können effektive Künstliche Intelligenz-Algorithmen mit nur wenigen Zeilen implementiert werden, was vor nicht einmal 10 Jahren nur fachinternen Wissenschaftlern gelang.

Das Potential für zukunftsorientierte Firmen ist riesig

Viele Firmen stellen sich die Frage ob Künstliche Intelligenz auch abseits von amerikanischen Technologieriesen gewinnbringend verwendet werden kann. Eine kürzlich veröffentlichte Studie kann diese Frage ganz klar mit einem Ja! beantworten. Vivatech und McKinsey haben in einer Studie die Margensituation von knapp 4.800 Unternehmen analysiert und die Ergebnisse 2018 veröffentlicht. Es wurde ein breiter Branchenmix abgedeckt, z.B. mit Telekom, Energie, Finanz, Technologie, Bau, Automotive.

Es wurde festgestellt, dass Vorreiter beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz einen deutlichen Vorteil gegenüber Nachzüglern erreichen können. Im Direktvergleich erzielen Vorreiter im Durchschnitt 6,3%-Punkte mehr Marge! Dies lässt darauf schließen, dass zukunftsorientierte Unternehmen bereits heute greifbare Vorteile realisieren können.

Darstellung der Margenvorteile von AI-Vorreiter

Ist Künstliche Intelligenz zu kompliziert für den praktischen Einsatz?

Diese Frage hat Ihren Ursprung in den 2000er-Jahren, als der Einsatz von Künstlicher Intelligenz einer kleinen Gruppe hochausgebildeter Experten vorbehalten war. Mittlerweile hat sich dieses Bild komplett geändert. Die Herausforderung liegt nicht mehr darin die passenden Algorithmen von Grund auf zu entwickeln, sondern vielmehr darin die zahlreichen öffentlichen und exzellenten Quellen im Blick zu behalten und deren Anwendung zu verstehen. Typischerweise liegt heutzutage der größte Aufwand bei der Datenaufbereitung, der klugen Algorithmen-Auswahl, und der kompetenten Abstimmung zwischen Technik- und Fachabteilung. Oft werden Unternehmen belohnt, die einen agilen, experimentierfreudigen Zugang zum Thema Künstliche Intelligenz wählen. Studien zeigen dabei ganz deutlich, dass sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz effektiv auf den Gewinn auswirkt.

Manuel Pusterhofer
Autor: Manuel Pusterhofer
Manuel Pusterhofer ist Gründer und Geschäftsführer von Cognisio Consulting GmbH.
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